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HYPOS-Blog

Leipzig wird Wasserstoffstadt

Clemens Schülke leitet das Amt für Wirtschaftsförderung und führt kommissarisch das Dezernat für Arbeit, Wirtschaft und Digitales der Stadt Leipzig. Zur Energiewirtschaft hat er berufliche Verbindungen, denn er war zuvor bei der LVV Leipziger Verkehrs und Versorgungsgesellschaft mbH, dem Verbund der Stadtwerke, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe tätig. Er führt außerdem im Nebenamt die Geschäfte der VNG-Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft, in der die kommunalen Anteilseigner der Verbundnetz Gas AG ihre Beteiligungen bündeln. Im Gespräch mit HYPOS erläutert Clemens Schülke, warum die Stadt Leipzig Anfang 2021 Mitglied im Netzwerk HYPOS geworden ist.

Clemens Schülke; Bildnachweis: Michael Bader

Clemens Schülke; Bildnachweis: Michael Bader

HYPOS: Welche Rolle spielt Grüner Wasserstoff für die Stadt Leipzig?

Schülke: Die Eindämmung des Klimawandels ist seit dem Pariser Klimaabkommen eine Kernaufgabe der internationalen Gemeinschaft. Auch die Stadt Leipzig hat die Aufgabe die hoch gesteckten Ziele zu unterstützen und damit die Reduktion der Treibhausgasemissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Grüner Wasserstoff kann hierzu einen Beitrag leisten. Wir wollen daran mitwirken, diese Vision Realität werden zu lassen, und zwar in unserer Region: Der Stadtrat hat die Stadtverwaltung mandatiert, Leipzig zur Wasserstoffstadt entwickeln. Grüner Wasserstoff kann sich im Wettbewerb vor allem dort durchsetzen, wo CO2-Emissionen sanktioniert werden, vorrangig in der Industrie- und Energiebranche. Für eine regionale Wasserstoffwirtschaft sind lokale H2 Produktion, lokale Großverbraucher und die nötige Infrastruktur in Form einer H2-Ringleitung um Leipzig die unmittelbaren Ziele in den nächsten Jahren. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wird sich Grüner Wasserstoff zunehmend als Speichermedium für Energieüberschüsse etablieren. In diesem Transformationsprozess wächst seine Bedeutung in allen Sektoren der Wirtschaft und dem gesamten Stadtgebiet. Und genau da wollen wir perspektivisch hin.

HYPOS: Wie kann Leipzig von Grünem Wasserstoff profitieren?

Schülke: Unsere Stadt kann mit Grünem Wasserstoff, speziell wenn er hier produziert wird, ihre CO2-Bilanz entscheidend verbessern. Die Leipziger Wirtschaft kann von Grünem Wasserstoff profitieren, wenn sie sich schnell auf allen Ebenen, also bei der Produktion, der Speicherung, dem Transport und der Verwendung profiliert. Es gibt in der Region Mitteldeutschland und in Leipzig vielversprechende Ansätze, vor allem bei Mitgliedern des HYPOS-Netzwerkes. Um Grüne Wasserstoffwirtschaft in der Stadt und bei den Unternehmen in der Stadt zu fördern, sind wir dem Netzwerk beigetreten.

HYPOS: Wo sehen Sie die größten Potenziale für Grünen Wasserstoff?

Schülke: In der industriellen Anwendung liegt ein hohes Potenzial im Ersatz von CO2-intensiven Energieträgern. In der städtischen kombinierten Strom- und Wärmeversorgung entstehen Potenziale. Sowohl in Produktion des Grünen Wasserstoffs als auch bei der Verwendung in bestehenden KWK Anlagen kann die Abwärme bei der Umwandlung der Energieformen genutzt werden. Ein optimaler Einsatz der Anlagen in Abhängigkeit der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien kann sowohl die Strom- und Wärmeversorgung komplett dekarbonisieren. Damit würde Grüner Wassersoff auch in der Dunkelflaute die Energieversorgung sicherstellen und fossile Energieimporte verringern. Bei der Logistik innerhalb von Industriebetrieben oder im Flughafengelände kann der Wasserstoff einen Vorteil ausspielen: die schnelle Betankung.

HYPOS: Welche Erwartungen haben Sie an eine HYPOS-Mitgliedschaft?

Schülke: Wir erhoffen uns direkte Kontakte mit der Wasserstoffwirtschaft und Mitwirkung in HYPOS-Arbeitsgruppen. Erste Themen haben wir schon mit der Geschäftsstelle des Vereins ermittelt. Die Stadtreinigung und die Feuerwehr beispielsweise befassen sich mit dem Erwerb von Brennstoffzellenfahrzeugen. Wenn Grüner Wasserstoff mehr Bedeutung erlangt, dann entsteht ein Netz von lokalen Quellen und Senken, verbunden durch Infrastruktur. Das würde sich auch in der Stadtplanung und Stadtentwicklung auswirken. Im Rahmen der Wirtschaftsförderung schließlich denken wir an ein H2-Kompetenzzentrum oder allgemeiner ein Gewerbe- und Forschungszentrum für die Transformation der Energiesysteme. Wenn wir ein solches Zentrum entwickeln können, dann auch mit lokalen Anbietern und Nachfragern, also mit Unternehmen aus dem HYPOS-Netzwerk.

Am Ende kommt es aber nicht so sehr auf unsere Erwartungen an die HYPOS-Mitgliedschaft an. In einem Netzwerk ist es wichtig, gemeinsame oder sich ergänzende Erwartungen zu finden und dass diese Erwartungen dann auch zu gemeinsamen konkreten Vorhaben zu führen. Wir freuen uns, wenn wir uns als HYPOS-Mitglied an solchen Vorhaben beteiligen können."

HYPOS: Vielen Dank für das Gespräch. Weitere Informationen finden Sie hier.

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