Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany

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Transport & Speicherung

Welche Vorteile bietet Grüner Wasserstoff hinsichtlich Energietransport und Energiespeicherung?

Ein entscheidender Vorteil des CO2-frei gewonnenen Grünen Gases ist seine Flexibilität bezüglich Speicherung und Transport. Der erzeugte Wasserstoff lässt sich entweder in H2-Großspeichern lagern oder dezentral einspeichern. Die gespeicherte Energie kann dann bedarfsgerecht und emissionsfrei zu einem späteren Zeitpunkt freigesetzt werden. Der HYPOS e.V. stärkt die Erforschung und Etablierung von Speichertechniken und -infrastrukturen in Deutschland. Im Rahmen des Projekts H2-Forschungskaverne wird eine Speicherforschungsplattform am Betriebsstandort Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) des Gasspeicherbetreibers VNG Gasspeicher GmbH entwickelt, welche die Wasserstoffspeicherung in einer Salzkaverne erprobt. Die Plattform stellt ein Leuchtturmprojekt zur Entwicklung von Materialien und Technologien zur großindustriellen H2-Speicherung aus regenerativem Strom dar.

Grüner Wasserstoff ist zudem über weite Strecken nahezu verlustfrei transportierbar. Er kann nach der Produktion in spezielle H2-Pipelines eingespeist oder direkt in bestehende Erdgasinfrastrukturen überführt werden. Dies ermöglicht die Versorgung einer Vielzahl von industriellen Abnehmer*innen mit dem klimaschonenden Energieträger. Nicht ohne Grund ist die Modellregion des HYPOS-Netzwerks in Mitteldeutschland angesiedelt: Durch Sachsen und Sachsen-Anhalt verläuft entlang der A9 die 150 Kilometer lange und damit zweitlängste Wasserstoffpipeline Deutschlands, welche den effizienten Transport von Grünem Wasserstoff gewährleisten kann. Die Pipeline versorgt bereits heute verschiedene Wasserstoffabnehmende aus dem Kraftstoff- und Chemiesektor sowie dem Industriezweig der Ammoniakherstellung. Neben der Einspeisung in H2-Netzwerkstrukturen eröffnet der dezentrale Abtransport des Grünen Gases in LKWs oder Tankschiffen weitere Anwendungs- und Distributionswege.

 

Wie ausgebaut ist die Infrastruktur für Grünen Wasserstoff in Deutschland?

Grüner Wasserstoff wird bislang in Deutschland nur in sehr geringen Mengen produziert. In der Bundesrepublik gibt es derzeit 34 betriebsfähige Power-to-Gas-Anlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 30 Megawatt. Bei den Anlagen handelt es sich um Pilot- und Demonstrationsanlagen, wobei der aus erneuerbaren Energien erzeugte Wasserstoff entweder direkt genutzt oder in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist wird. Die Einspeisung von Grünem Wasserstoff in das vorhandene Gasnetz sorgt für eine effiziente nachhaltige Energieversorgung. In der Theorie können die gegebenen Infrastrukturen bereits die Hälfte aller Haushalte in Deutschland mit dem grünen Gas versorgen. Das HYPOS-Projekt H2-PIMS erforscht die Umnutzung bestehender Erdgasinfrastrukturen für den Transport von Wasserstoff und wasserstoffhaltigen Gasen. Im Rahmen der Projektarbeit wurde ein innovatives Bewertungssystem (Pipeline Integrity Management System, PIMS) für den Transport von Wasserstoffgemischen in Rohrfernleitungen entwickelt.

In der im Juni 2020 verabschiedeten Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung werden erstmals quantitative Zielsetzungen für den Ausbau der H2-Erzeugungsanlagen in Deutschland formuliert. So ist eine Installation von 5 GW Elektrolyseleistung bis 2030 einschließlich der dafür erforderlichen erneuerbaren Energiegewinnung geplant. Mit diesen Kapazitäten wäre eine grüne Wasserstoffproduktion von bis zu 14 TWh möglich. Bis 2035 sollen die Anlagen dann um weitere 5 GW ausgebaut werden.

Das zentrale Anliegen des HYPOS e.V. ist die modellhafte Verbindung von Chemiestoffstromnetz und Erdgasnetz mit den elektrischen Netzen in Deutschland, damit die Erzeugung von Grünem Wasserstoff Wirtschaftlichkeit erreicht und so langfristig eine nachhaltige Umstrukturierung des Energiesektors gewährleistet werden kann.

 


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